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Der Übergang zur Grundschule

Das letzte Jahr im Kindergarten

Die Kinder stellen sich bereits im letzten Kindergartenjahr darauf ein kein Kindergartenkind mehr zu sein, sondern ein richtiges Schulkind zu werden. Die meisten Kinder erleben dies verbunden mit positiven Gefühlen, sie freuen sich auf die Schule. Sie sind neugierig und aufgeschlossen. Nur wenige Kinder empfinden keine Vorfreude. Die meisten Kinder haben nur vage Vorstellungen von der Schule, von dem was sie dort erwartet. Ausgenommen sind die Kinder, die bereits schulpflichtige Geschwisterkinder haben. Die Kinder müssen einen Rollenwandel verbunden mit einem Identitätswandel vollziehen.

Dies wird unterstützt durch äußere Veränderungen. Es vollziehen sich in dieser Zeit auch erhebliche körperliche Veränderungen vom Kleinkind zum Schulkind. Wackelzähne sind für viele Kinder sichtbare Zeugnisse für diesen Wandel. Im Kindergarten wird ihnen meistens als so genannte „Maxis“ oder „Große“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Sie haben andere Aufgaben, Pflichten und Verantwortungsbereiche als die jüngeren Kinder.

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Rituale verbunden mit der Einschulung helfen den Kindern ihre Rollen als Schulkind zu finden. Dazu gehören auch der Kauf von Schulranzen durch bestimmte Personen (in einigen Familien z.B. durch Paten oder Großeltern z.B. zu Ostern), Basteln von Schultüten und die Verabschiedung vom Kindergarten.
Von besonderer Bedeutung ist auch der erste Schultag selbst. Dieser wird wenn er als positives Ereignis vom Kind erlebt wird ebenfalls zum Gelingen eines Übergangs beitragen. Da Schulkind sein in jedem Fall mit einem Statuszuwachs verbunden ist und die Kinder mit Stolz erfüllt, wachsen die meisten Kinder schnell in diese Rolle hinein. Intensiv erlebte Freude, Enttäuschung und Angst - besonders unmittelbar vor und nach dem Schuleintritt- sind etwas völlig normales. Solche Gefühle gehören zu jedem Übergang und jeder Art von Neuanfang.

Hilfreiche Unterstützungen für die Kinder sind:

  • Rituale, die im Zusammenhang mit Schule stehen.
  • Kennen lernen der Schule z. B. durch Besuche oder Teilnahme an Festen.
  • Kennen lernen des Schulwegs.
  • Vertraut werden mit anderen Kindern, die in die gleiche Schule gehen.
  • Thema Schule in Gesprächen aufgreifen und Möglichkeiten zum Rollenspiel geben.
  • Gute Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Schule und Elternhaus.

Anforderungen an die Eltern:

  • Der Alltag der Familie muss neu organisiert und gestaltet werden.
  • Ferien- und Urlaubszeiten müssen auf die Schule abgestimmt werden.
  • Einleben in ein neues soziales Umfeld.
  • Lern- und Unterstützungsmöglichkeiten müssen für das Kind bereitgehalten werden, dazu gehört auch emotionale Unterstützung z. B. bei Enttäuschungen und Misserfolgen.
  • Die Bereitschaft zu einer guten Zusammenarbeit mit Kindergarten und Grundschule.
  • Aktive Teilnahme am Kindergartenalltag bzw. Leben in dieser Gemeinschaft und später auch Teilnahme am Schulleben.
  • Sorge tragen für einen regelmäßigen Besuch des Kindergartens und regelmäßige Teilnahme an Aktivitäten für die älteren Kinder, die so genannten „Maxis“ im letzten Kindergartenjahr (Maxi-Club).

 

Wie kann der Kindergarten Eltern und Kinder bei diesem Übergang unterstützen?

Welche Bildungs- und Erziehungsziele stehen im Vordergrund um ein gutes Einleben und Zurechtfinden in der Schule zu ermöglichen?

Unser Grundansatz:
Die Vorbereitung auf die Schulzeit umfasst die ganze Kindergartenzeit. Die Grundlagen für diese Vorbereitung wird im Elternhaus von Geburt an gelegt und ist ein fortdauernder Prozess. Diese Vorbereitung aus dem Elternhaus wird mit dem Eintritt in den Kindergarten begleitet und ergänzt.

Dennoch besitzt der Kindergarten – als Elementarbereich- einen eigenen Bildungsauftrag. Die drei Bereiche: Erziehen – Bilden - Versorgen prägen die Arbeit im Kindergarten.

Die Rolle der Erzieherin:
Sie beobachtet die Kinder systematisch nach einem bestimmten Beobachtungsmodell. Grundlage bildet somit ihre eigene Wahrnehmung, die in Teamgesprächen mit den Erkenntnissen der anderen Erzieherinnen verglichen wird. Wir entschieden uns für das Beobachtungsmodell L E S – Leuvener Engagiertheitsskala.

Von besonderer Bedeutung sind hier die Bereiche Engagiertheit und Wohlbefinden des Kindes. Dieser Ansatz geht von den Stärken der Kinder aus und nicht von einer defizitären Sichtweise. Wir verstehen uns als Begleiter und Förderer des Kindes in seiner Entwicklung. Dabei ist es wichtig vom Kind auszugehen - von seinem individuellen Entwicklungsstand und von seiner familiären Situation - und an seine Stärken anzusetzen. Auf diesem Hintergrund kann das Kind neue Lernerfahrungen sammeln.

Die Schwerpunktziele unserer Arbeit sind:

  • Die Förderung der Wahrnehmung
  • Die Förderung der Fantasie und Kreativität
  • Die Förderung der Sprache
  • Die Stärkung der Persönlichkeit
  • Die Förderung der sozialen Kompetenz
  • Das Erhalten und Vertiefen der Lern- und Lebensfreude
  • Das Sammeln von Sachwissen

Große Bedeutung hat die Förderung der Wahrnehmung des Kindes – als Grundlage sich die Welt zu erschließen- sowie das Lernen durch Bewegung und eigenes Handeln. Dabei ist uns die Ganzheitlichkeit wichtig, d.h. das Kind in der Spannung als Individuum und als soziales Wesen zu sehen. Methodisch soll das Kind mit „Kopf, Hand und Herz“ - wie Pestalozzi es formulierte – angesprochen werden. Die Projektmethode hat sich hier bewährt.

 

Die folgenden Bildungsbereiche werden gezielt angesprochen:

  • Bewegung
  • Spielen, Gestalten und Medien
  • Sprache
  • Natur und kulturelle Umwelt

Unsere Vernetzung mit den zuständigen Grundschulen:

  • Gemeinsame Gestaltung des Informationsabends für die Eltern der vierjährigen Kinder.
  • Teilnahme an gegenseitigen Elternabenden in Schule und Kindergarten
  • Teilnahme am so genannten Schulspiel und dem nachfolgenden Elterngespräch
  • Gegenseitige Besuche von Kindergarten und Grundschule
  • Kontakt zu „Ehemaligen" wird aufrechterhalten
  • Teilnahme an regelmäßigen Konferenzen mit den verschiedenen Grundschulen;

Zusammenfassend ist wesentlich:

  • Unser Konzept ist ganzheitlich angelegt.
  • Die Vorschularbeit umfasst die ganze Kindergartenzeit
  • Die Kinder sollen in ihrer Situation abgeholt werden und in ihrer Entwicklung begleitet werden (Ressourcen wahrnehmen und stärken)
  • Unsere Aufgabe ist es eine Brücke zu bauen zum Übergang in die Grundschule.
  • Als Ergänzung zu unserer täglichen pädagogischen Arbeit in der Gesamtgruppe findet im letzten Kindergartenjahr für die Maxis ein regelmäßiges zusätzliches pädagogisches Angebot statt – der Maxi-Club.
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